• Klaudia Frechen

Will ich das?


Vor ein paar Wochen stellte ich mir die Frage, ob ich wirklich jeden Tag IRGENDETWAS auf irgendeinem Social-Media-Kanal posten muss. Blog, Instagram, Twitter, Facebook etcpp.


Will ich mich so oft online präsentieren? So wie alle anderen? Muss ich bei diesem Rennen um Aufmerksamkeit mitmachen? Muss ich versuchen alle anderen zu übertönen, nur um selbst gehört und gesehen zu werden?




Ich entschloss mich zu einem ganz entschiedenen NEIN.


Ich will mich nicht hetzen lassen bzw. mein Selbstmarketing so weit treiben, dass ich von Deadline zu Deadline hechele.

Gedichte, Geschichten und Texte im flotten Tagesrhythmus schreiben ist nicht meins.

Und dabei Quantität vor Qualität zu stellen und schlechter zu werden schon mal gar nicht.


Meine Worte aber brauchen Zeit, Raum und Muße, um zu einem Satz, einem Text oder Gedicht zusammen zu wachsen.

Manchmal erlebe ich den Wachstumsschub eines Gedichtes – dann ist es im Nu fertig und mag sich nicht mehr verändern lassen. Aber es kann auch sein, dass sich ein Text dazu entschließt sehr langsam zu wachsen oder sogar eine Pause einlegt. Dann will ich mich einfach nicht dazu zwingen, weiter zu schreiben. Daraus kann dann nur etwas entstehen, das mir nicht gefällt oder etwas, was mich nicht glücklich macht.

Ich möchte das Schreiben aber genießen dürfen.

Hetze war gestern.


Heute mit fast 60 Jahren gönne ich mir die Muße und das Erlebnis meine Ideen möglichst frei vom äußeren Druck aufs Papier zu bringen und freue mich über diejenigen, die die Texte wirklich lesen und nicht nur liken, um mir einen Gefallen zu tun oder um im Gegenzug von mir ein Like für ihren eigenen Text zu erhalten.


Also werde ich mich nun wieder ganz entspannt meinem nächsten Text widmen, der darauf wartet weiter bearbeitet zu werden. Instagram und Co müssen warten.

11 Ansichten

Impressum     Datenschutz     

© 2020 Klaudia Göddertz-Frechen